Dienstag, 12. Mai 2009

Kriegsarmee stören!

Bundeswehr-Big-Band in Husum

Am 27.Juni 2009 wird die Big Band der Bundeswehr in Husum spielen. Bei der BW-Big-Band handelt es sich um ein klassisches Instrument der Imagewerbung.
Mit kostenlosen Konzerten vor tausenden von Leuten, bei denen auch noch für einen „guten Zweck“ gesammelt werde, soll bei den Anwesenden – mithilfe des vermittelten positiven Gruppenerlebnis und der Suggestion von vermeintlich guten und ehrenamtlichen Engagements – ein positives Bild von der Bundeswehr erzeugt werden.

Platte Propaganda-Tricks

„Gerade in der heutigen Zeit, in der die Bundeswehr wieder Kriege wie in Afghanistan führt, die von der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnt werden, ist die Bundeswehr mehr denn je auf platte Propaganda-Tricks wie die Bundeswehr-Big-Band angewiesen“ sagt Jan Hansen von der Husumer Initiative „Militarismus-jetzt-stoppen“. Helmut Schmidt habe genau diesen Effekt vor Augen gehabt, als er beschloss, einer „modernen Armee einen modernen Sound“ zu verschaffen.

Inszenierung eines karitativen Charakters

Besonders lächerlich sei die Inszenierung eines karitativen Charakters bei den Veranstaltungen. „Nach der Abschaffung der Bundeswehr könnten fast 30 Milliarden Euro jährlich, die bisher im Wehretat pulverisiert werden, an soziale und karitative Einrichtungen verteilt werden. Dagegen sind die Tausender, die die BW-Big-Band sammelt, peinliche Almosen einer weltweiten Interventionsarmee.“

Propaganda-Event unter Einschränkung von Grundrechten

Mit offensiven Propaganda-Events wie Auftritten der Bundeswehr-Big-Band werde zum Einen ein positives Bild des Machtinstrumentes „Bundeswehr“ in die Öffentlichkeit transportiert, und in erschreckender Weise oft auch indirekt gleichzeitig die politischen Grundrechte eingeschränkt:
• Beim Gelöbnis 2004 in Husum wurden Anwohnerinnen und Anwohner von Soldaten gezwungen, kritische Transparente aus ihren Fenstern zu entfernen.
• Beim Auftritt der Bundeswehr-Big-Band 2006 hinderten Soldaten eine junge Frau, die Flugblätter verteilen wollte, am Betreten der Innenstadt.
• Eine Theatergruppe wurde von der Husumer Polizei Stunden vor Beginn des Auftritts verhaftet.

Befehl und Gehorsam im öffentlichen Raum

Obwohl die lokale Presse über diese Ereignisse informiert worden sei, habe diese nur die von ihr erwarteten Jubelmeldungen über das Event gebracht. „Die Beispiele zeigen, wie das Erscheinen eines auf Befehl und Gehorsam basierenden Herrschaftsapparates im öffentlichen Raum diesen scheinbar zwangsläufig zu prägen beginnt“, analysiert Hansen.

Wir stellen uns dem Militarismus in den Weg

Dem öffentlichen Gelöbnis der Bundeswehr am 6. August 2009, welches sehr wahrscheinlich mal wieder auf dem Husumer Marktplatz stattfindet und zum Ausnahmezustand in der gesamten Innenstadt führen wird, werden wir uns natürlich in den Weg stellen.

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