Nach dem Parteitag in Berlin-Reinickendorf gehen die Auseinandersetzungen in der NPD weiter. Der zur DVU übergewechselte Andreas Molau, der aber die Doppelmitgliedschaft behalten will, muss auf Druck der NPD-Führung sein Amt als Vorsitzender des NPD-Unterbezirks Braunschweig abgeben. In einem Interview erklärte er, er hoffe, dass möglichst viele NPD-Mitglieder eine Doppelmitgliedschaft beantragen, um den politischen Druck in der NPD zu erhöhen. Der § 4 der NPD-Satzung erlaubt zwar Doppelmitgliedschaften, bestimmt aber zugleich "Funktionsträger der NPD dürfen keiner anderen Partei angehören. In einer persönlichen Erklärung wandte sich nun auch der in der Abstimmung um den Parteivorsitz unterlegene Udo Pastörs (er erhielt 72 Stimmen, Voigt 136 Stimmen bei 6 Enthaltungen) an seine "verehrten Parteikameradinnen und Parteikameraden". Darin erklärt er, dass er die Entscheidung akzeptiert, betont aber zugleich, dass er seine Kraft zukünftig "in kritischer Distanz zum Bundesvorstand bereitstellt und dass es sich von selbst verstehe, dass er nicht zur weiteren Mitarbeit dem neuen Vorstand Voigt zur Verfügung stehe, da dazu die Differenzen in der Bewertung des Betruges des ehemaligen Schatzmeisters Kemna zu groß waren. Seine politische Zukunft verknüpfe er mit der zukünftigen programmatischen Ausrichtung der Partei, einen Austritt ziehe er nicht in Erwägung.
In einem Positionspapier reagierte die neue NPD-Führungsriege auf die weiter bestehende Zerrissenheit und versuchte mit Parolen wie "Die Krise gibt auch Grund zur Hoffnung", "Jetzt heißt es: Tritt fassen und vorwärts!" und "Durchstarten!" die Reihen zu schließen. Das Papier bestätigt den radikalen Kurs der NPD, ihr Ziel "das System zu stürzen" und weist alle Versuche, die Partei mehr an "wertkonservative" bürgerliche Kräfte anzunähern, zurück. Gleichzeitig wurde die neue Funktionsverteilung abgeschlossen. Der Aufsteiger Parteivize Karl Richter übernimmt nun auch die Chefredaktion der Parteizeitung "Deutsche Stimme" (bisher Holger Apfel), Eckart Bräuniger wird Generalsekretär (bisher Peter Marx), das Amt Bildung (bisher Molau) erhält Andreas Thierry. Das Amt "Politik" wurde dem ausgewiesenen Neonazi Uwe Meenen übertragen.
Freitag, 15. Mai 2009
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